Israel Heute Morgen

Dienstag, 20. September 2016 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Der Sommer zeigt uns, dass er noch da ist. Heute früh ist es schon deutlich wärmer als es gestern zu derselben Zeit war. Im ganzen Land werden heute Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet. Hier bei uns in Jerusalem sollen es am Mittag sogar 32 Grad werden. Man nennt das in der Wettervorhersage "für die Jahreszeit zu warm". Diese kleine Hitzewelle soll bis Donnerstag andauern. Am Freitag sollen die Temperaturen dann wieder deutlich sinken, so dass es bei uns sogar "für die Jahreszeit etwas zu kühl" sein soll. So ist das in diesen Übergangsjahreszeiten. Oft kommt es zu erheblichen Temperaturunterschieden innerhalb kürzester Zeit.

Und hier das Wetter für heute in Israel:

Heiter und deutlich wärmer. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 31 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt derzeit bei -213.47 m unter dem Meeresspiegel, Tendenz sinkend.

Auch sonst ist die Lage besonders in Jerusalem "heißer" geworden. Seit Freitag vergeht kein Tag ohne Terroranschläge. Besonders die Polizisten des Grenzschutzes haben unter der neuen Welle der Gewalt zu leiden. Die 38-jährige Polizistin und Mutter von zwei Kindern, die gestern bei einer Messerattacke in Jerusalem sehr schwer verletzt wurde, befindet sich noch immer in einem ernsten Zustand. Jetzt sollen noch mehr Polizisten für die Sicherheit der Bevölkerung besonders hier bei uns in Jerusalem sorgen. Gestern Abend haben Unbekannte Steine auf einen Linienbus geworfen, der Fahrer wurde leicht verletzt.
Diese Vorfälle lassen auch uns Israelis nicht kalt. So fuhr gestern nur die Hälfte einer Schulklasse aus Tel Mond zu ihrem Ausflug nach Jerusalem. Viele Eltern der Sechstklässler waren nicht dazu bereit, ihre Kinder einer möglichen Gefahr auszusetzen. Dennoch wurde der Ausflug durchgeführt. Ich kann die Sorgen der Eltern verstehen. Auch wenn nur eine ganz kleine Chance besteht, dass etwas passieren könnte, warum sollte man dieses Risiko eingehen. Ich selbst gehe unbeeindruckt durch die Stadt in Jerusalem. Aber in die Altstadt würde ich in diesen Tagen auch nicht unbedingt gehen.
Ich lebe schon seit über 28 Jahren in diesem Land. Ich habe die Jahre der zweiten Intifada zwischen 2001 und 2005 hier in Jerusalem erlebt und auch die Anschläge zwischen 1994 und 1996, wo nur wenige hundert Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt Busse explodierten. Es fällt mir schwer zu erklären, wie man damit umgeht, wie man den Alltag, das Leben in der Familie in solchen Zeiten fortführt. Aber das haben wir getan. So werden wir auch diese Zeit hinter uns bringen. Wir vertrauen den israelischen Sicherheitskräften, unseren Polizisten.

Heute hält die Heimatfront der Israelischen Armee eine nationale Übung ab. Im Rahmen der Übung werden ab 11 Uhr Ortszeit im ganzen Land stufenweise die Sirenen heulen. Gegen 11:12 werden wir sie in Jerusalem hören. Heute Abend um 19:05 Uhr werden die Sirenen dann gleichzeitig im ganzen Land ertönen. Auch im Radio und im Internet werden zur Probe Warnungen veröffentlicht werden. Es gibt auch eine App der Heimatfront für das Smartphone. Die mich schon heute früh über die Übung informiert hat. Diese Übung ist wichtig, um zu sehen, ob wir für den Ernstfall bereit sind. Vor 2 Jahren hatten wir hier echte Sirenenalarme, die uns vor den Raketen aus Gaza warnten, angenehm war das nicht.

Jetzt wünsche ich ihnen einen ruhigen und entspannten Dienstag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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