Israel Heute Morgen

Sonntag, 30. Oktober 2016 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Es gibt viel zu viele Autos bei uns in Israel. Normalerweise fahre ich immer schon so gegen 6:15 Uhr von zuhause los und bin dann nach knappen 25 Minuten in Jerusalem. Heute bin ich eine Stunde später weggefahren, da ich am frühen Morgen meinen Sohn vom Flughafen abgeholt hatte. Für die eine Stunde, die ich später von zuhause weggefahren bin, bin ich herbe bestraft worden. Statt den üblichen 25 Minuten brauchte ich nicht weniger als Anderthalb Stunden, um Jerusalem zu erreichen. Fast die ganzen 25 Kilometer ging es im Schneckentempo voran. An vielen Stellen ist die "Schnellstraße" 1 schon dreispurig, sie wird zur Zeit von Grund auf neu gestaltet, aber auch das half nichts, alle Fahrspuren waren voll. Und das ist leider nichts Außergewöhnliches. Diese Staus gibt es jeden Morgen. Vielleicht wird sich die Situation verbessern, wenn die Arbeiten an der Strasse fertiggestellt sein werden. Fast zur gleichen Zeit wird dann wohl auch die neue Zugstrecke fertig sein. Bis es soweit ist, werde ich weiterhin mit Freude morgens um 6:15 Uhr aus dem Hause gehen.

In der vergangenen Woche haben wir schon einen kleinen Vorgeschmack auf den kommenden Winter bekommen. Am Donnerstag Abend hat es sehr heftig geregnet und gedonnert. Das Wochenend war dann wieder wunderbar mit Sonne und einem blauen Himmel. Doch das soll sich ab Dienstag ändern. Man hat uns den Beginn des Winters versprochen. Die Temperaturen sollen deutlich sinken, bis sie dann am Mittwoch "für die Jahreszeit zu niedrig" sein sollen. Auch der Regen soll dann begleitet von starken Winden wieder zu uns kommen. Ich freue mich darauf.

Und nun das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit leichtem Temperaturrückgang. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 31 Grad, am Toten Meer 32 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt derzeit unverändert bei -213.705 m unter dem Meeresspiegel.

Nachdem in der letzten Woche die Schulkinder wieder den Unterricht begonnen hatten, sind nun die 310000 Studenten an der Reihe, ihr Studium an den Universitäten und Hochschulen zu beginnen. Mit einer Ausnahme: Die Hebräische Universität von Jerusalem wird ihre Tore erst in zwei Wochen für die Studenten öffnen. Dort wird zur Zeit gestreikt, das es an Mitteln fehle, das Studienjahr zu beginnen. Auch in den Schulen gibt es Probleme. Ich hatte Ihnen ja von den Problemen geschrieben, die viele Lehrer mit ihren Gehältern vom September hatten. Es ist noch keine Lösung gefunden worden, so dass sämtliche Veranstaltungen außerhalb der Schulen, wie Ausflüge, momentan nicht stattfinden. In zwei Wochen ist für die Klasse meines jüngsten Sohnes ein zweitägiger Ausflug geplant. Mal sehen, ob er stattfinden wird.

Heute früh wird in der Sitzung der israelischen Regierung erneut über die Reform des öffentlichen Rundfunks beraten. Dieses Thema liegt mir persönlich besonders am Herzen, habe ich doch selber den israelischen Rundfunk, die IBA ( Israel Broadcasting Authority ) nach 22 Jahren verlassen. Im März 2015 sollte der jetzige öffentliche Rundfunk geschlossen und ein neuer Rundfunk gegründet werden. Doch der Regierung ist es auch anderthalb Jahre später noch nicht gelungen, diesen neuen Rundfunk mit dem tollen Namen " KAN " (hebr.für "Hier") auf die Beine zu stellen. Mittlerweile sind fast 800 Angestellte des alten Rundfunks so wie ich aus dem Dienst ausgeschieden, die Ungewissheit war und ist einfach zu groß. Und nun hat sich der Ministerpräsident dazu entschlossen, dass er diesen gerade mal in den Anfängen befindenden neuen Rundfunk, der ab Januar 2017 auf Sendung gehen sollte, wieder auseinandernehmen möchte und stattdessen den mittlerweile ziemlich klein gemachten Israelischen Rundfunk, erneut aufbauen möchte. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass es dem israelischen Haushalt eine Menge Geld sparen würde. Einige Koalitionspartner, wie Bildungsminister Bennet oder Innenminister Deri sprechen sich gegen eine Schließung des neuen Rundfunks aus. Aber ob sie deswegen bereit wären, den Fortbestand der Regierung zu riskieren? Ich bin gespannt.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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