Israel Heute Morgen

Freitag, 2. Juni 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist wieder Wochenende, am Abend empfangen wir den Shabbat. Es ist schön vom Feiertag gleich weiter ins Wochenende zu gleiten. Draußen steigen die Temperaturen, nachdem es gestern noch recht angenehm war. Am Sonntag soll es dann schon wieder überdurchschnittlich warm werden. Eigentlich könnte ich ja aufhören, vom Wetter zu sprechen, warm wird es eh immer sein, die Frage ist nur, wie warm.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.11 m unter dem Meeresspiegel.

Erinnern Sie sich noch an den Besuch von Donald Trump und die Begeisterung der Israelis? Diese Begeisterung hat jetzt erst einmal einen Dämpfer bekommen, die amerikanische Botschaft wird vorerst in Tel Aviv bleiben. Im Weißen Haus versuchte man allerdings, die Gemüter zu beruhigen. Die Frage sei nicht, ob, sondern wann die Botschaft nach Jerusalem verlegt werde. Na gut.

Die Titelseiten von Israel Hayom ("Enttäuschung in Israel") und Jediot Achronot ("Versprochen und nicht gehalten")

Im Amtssitz unseres Ministerpräsidenten war man enttäuscht, man würde aber die freundlichen Worte des US-Präsidenten gegenüber Israel schätzen. Ich denke, wir sollten jetzt nicht die Beleidigten spielen. Allein die Tatsache, dass die USA über eine Verlegung der Botschaft sprechen ist schon ein Erfolg. Der Zeitpunkt so einer Verlegung kann dabei kritisch sein. Vielleicht möchte man erst einmal etwas Zeit gewinnen, um mit Israels Nachbarn und den Palästinensern eine Basis zu schaffen, damit die Verlegung der Botschaft ohne ernstere Reaktionen der arabischen Welt stattfinden kann. Wir sollten Trump Zeit geben und geduldig abwarten. Vielleicht war unsere Freude über die Wahl von Trump zum Präsidenten etwas zu übertrieben, als sei es ein Freischein gewesen, mit dem wir jetzt machen könnten, was wir wollen. Also, alles halb so schlimm. So denke ich jedenfalls.

Und jetzt noch etwas vom momentan in Jerusalem stattfindenen Israel Festival . Vor einer der Vorstellungen im Rahmen des Festivals sprach die Ministerin für Kultur und Sport Miri Regev und erregte dabei, wie auch schon früher, die Gemüter der Zuschauer. Miri Regev sprach sich gegen Vorstellungen aus, in denen Darsteller nackt auf der Bühne stehen. Einige der Anwesenden reagierten mit Buhrufen, andere wiederum applaudierten der Ministerin für ihre Worte.

Sie sagte unter anderem, dass die Staatskasse könne keine Vorstellungen unterstützen, deren freie Ausdrucksweise die Gefühle anderer verletze. Gegen die Buhrufe werte Regev sich mit den Worten, dass ihr niemand den Mund verbieten könne, sie werde sagen, an was sie glaube. Das erste Ergebnis der menschlichen Kultur, des Essens vom Baum der Erkenntnis, dem verbotenen Baum, sei die Scham und als Folge dieser die Kleidung. "Es gibt kein deutlicheres Zeichen der menschlichen Kultur als die Kleidung", sagte sie. Miri Regev sagt immer, was sie denkt, sie sagt es frei heraus und löst dadurch immer wieder Diskussionen aus. Und sie steht immer hinter ihren Worten und lässt sich von Buhrufen nicht beeindrucken. Irgendwie muss ich sie dafür bewundern. Viele Künstler sind gegen sie, doch sehr viele Bürge Israels stehen hinter ihren Worten.

Sie sehen, es ist nie langweilig bei uns. Ich kann jedem, der sich momentan in Jerusalem aufhält, einen Besuch einer der Veranstaltungen und Vorstellung des Festivals empfehlen.

Und nun wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende mit viel Sonne und einen friedlichen und gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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