Israel Heute Morgen

Dienstag, 22. August 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

So wie heute früh könnte das Wetter gerne bleiben. Ein paar Wolken am Himmel und eine angenehme kühle Brise. Neigt sich dieser Sommer tatsächlich seinem Ende entgegen? Von wegen, ab morgen gehen die Temperaturen wieder nach oben, für das Wochenende hat man uns die erste Hitzewelle dieses Monats versprochen. Bis jetzt war der August recht freundlich zu uns im Vergleich zu dem extrem heißen Juli. Damit wird es dann vorbei sein, hier in Jerusalem werden am Wochenende Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet.

Und hier ist erst einmal das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig ohne bedeutende Veränderungen der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt bei -213.785 m unter dem Meeresspiegel.

Heute möchte ich etwas auf das Foto eingehen, das ich für heute gewählt habe. Wenn Sie sich das Bild ganz genau ansehen, wird Ihnen vielleicht auffallen, dass nur Männer auf dem Strand zu sehen sind. Wie kann es sein, dass ein Strand in Tel Aviv nur von Männern besucht wird? Das Foto wurde gestern aufgenommen, Montag. Am heutigen Dienstag wird der Strand dann nur von Frauen besucht werden, wie auch Donnerstags und Sonntags, die Männer wiederum können den Strand außer Montags auch am Mittwoch und Freitag besuchen. Am Shabbat ist der Strand dann für beide Geschlechter offen. Das ist der Nordau-Strand von Tel Aviv, der einzige „getrennte Strand“ von Tel Aviv, der vornehmlich für die religiösen Juden geschaffen wurde, damit auch sie sich an dem Strand und dem Meer von Tel Aviv erfreuen können. Wie Sie sehen, es gibt immer einen Weg, miteinander auszukommen. Besonders für die orthodoxen Juden ist es ihrem Glauben nach unmöglich, an einen gemischten Strand zu gehen. In anderen Bereichen des täglichen Lebens gibt es leider noch Probleme zwischen Religiösen und Nicht-Religiösen, wie der Streit um offene Geschäfte oder Busse am Shabbat. Wenn jeder den anderen so respektieren würde, wie er ist, wäre alles viel einfacher.

Dass man die Befürchtungen und Warnungen der Bürger ernst nehmen sollte, hat die Stadt Tel Aviv gestern hoffentlich gelernt. Viele Häuser werden zur Zeit in Israel und besonders in Tel Aviv erdbebensicher gemacht. Dabei werden Gebäude, die vor 1980 gebaut wurden, verstärkt. Um diese Maßnahmen, die nicht billig sind, attraktiver zu machen, wurde der sogenannte „TAMA Plan 38“ (Tochnit Meta’er Arzit 38, auf Deutsch: Programm mit nationalem Umfang 38) ins Leben gerufen. Der Plan gibt Steuervergünstigungen und genehmigt im Rahmen der Arbeiten auch den zusätzlichen Bau von Wohnflächen für das Gebäude, wie zusätzliche Stockwerke oder Zimmer. In der Shlomo HaMelech Strasse werden zur Zeit intensive Renovierungsarbeiten an einem Gebäude ausgeführt. Die Baufirma baut auch eine Tiefgarage, eine der Vergünstigungen im Rahmen des TAMA 38 Plans. Vor etwas fünf Monaten beschwerten sich Anwohner über leichte Erdbeben wegen der Grabungen neben ihrem Haus. Auch machten sie auf kleine Risse auf einem Parkplatz aufmerksam. Doch die Beschwerden halfen nicht. Die Anwohner seien überempfindlich für leichte Beben, soll die Antwort gewesen sein. Gestern passierte es dann. Die Erde öffnete sich unter einem parkenden Auto und zog es in das entstandene Loch. Zu Schaden ist zum Glück niemand gekommen, das anliegende Gebäude musste evakuiert werden, bis die Schäden und Gefahren abgeschätzt werden konnten.

So war die Tiefgarage nicht geplant (Foto: Flash90)

Die Nacht haben die erschreckten Bewohner außerhalb ihrer Wohnungen verbringen müssen. In der Zeitung wird heute natürlich davon berichtet, dass die Warnungen nicht ernst genommen wurden. Jetzt sucht man in der Stadt nach Schuldigen. Schade, dass man immer erst nachher klüger wird.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Dienstag. Heute Abend spielt Hapoel Beersheva um den Einzug in die Champions League. Drücken sie die Daumen. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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