Vergeltungsschläge in Raten - Bis zur nächsten Auseinandersetzung

Donnerstag, 4. Januar 2018 |  Dov Eilon

Der Islamische Jihad hatte Israel nach der Zerstörung des Terror-Tunnels, bei dem mehrere seiner Kämpfer ums Leben kamen und einige der Leichen von Israel noch festgehalten werden, Israel mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Doch dieser blieb bis jetzt aus. Stattdessen werden seit einiger Zeit immer wieder vereinzelte Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgeschossen.

Einige der Raketen explodierten sogar innerhalb von israelischen Orten. In Sderot landete eine Rakete in der Nähe eines Kindergartens und sorgte für kleinere Schäden. Auch im Landkreis Eshkol, der am meisten vom Raketenbeschuss betroffene Landkreis im Grenzgebiet zum Gazastreifen, explodierte eine Rakete in der Nähe des Verwaltungsgebäudes, eine andere Rakete explodierte an der Wand eines Wohnhauses. Wie durch ein Wunder kam auch hier kein Mensch zu Schaden. Hier in Israel bezeichnet man diesen Beschuss einzelner Raketen als „Raketen-Tröpfeln“.

Gestern tröpfelte es erneut. Innerhalb weniger Stunden wurden drei Mörsergranaten vom Gazastreifen aus auf den Landkreis Eshkol abgeschossen.Der Alarm wurde nicht ausgelöst. Die letzte Granate wurde auf offenem Feld gefunden, Schaden wurde nicht angerichtet. Die Reste der anderen beiden Mörsergranaten wurden bis jetzt nicht gefunden, so dass nicht sicher ist, ob sie auf der israelischen Seite explodiert sind.

Nach jedem dieser Beschüsse reagierte die israelische Luftwaffe mit Angriffen auf strategische Ziele der Hamas im Gazastreifen. Die Hamas wird als alleinige Verantwortliche für das Geschehen im Gazastreifen angesehen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Hamas die Aktivitäten des Islamischen Jihad unter Kontrolle hat, die für die letzten Beschüsse verantwortlich ist.

Sicherheitsexperten sprechen jetzt von einer psychologischen Reaktion des Jihads, mit den vereinzelten Raketenbeschüssen soll das Sicherheitsempfinden der Bewohner in den israelischen Orten um den Gazastreifen herum in Frage gestellt werden. Der Hamas gefällt das kaum, denn sie weiss, dass eine einzige Rakete oder Granate zu einer Eskalation führen könnte. Dazu reicht ein Volltreffer einer Rakete in einem israelischen Ort mit Toten, dann könnte Israel sich nicht mehr zurückhalten, eine neue Auseinandersetzung, wie der letzte Gazakrieg, könnte die Folge sein.

Bis jetzt war die Hamas gegen eine neue Auseinandersetzung, doch mit der Zeit kann sich das ändern. Die Versöhnung mit Mahmus Abbas und der Autonomiebehörde steckt fest, noch immer gibt es Stromausfälle, Gehälter werden nicht bezahlt. Vielleicht käme dann eine neue Auseinandersetzung mit Israel der Hamas gerade recht.

Bild: Ein Terrorist des Islamischen Jihad vor einem Beobachtungsposten im Gazastreifen (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

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