Israel Heute Morgen

Montag, 2. April 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Man merkt, dass Pessach ist. Heute früh waren wir nur drei Fahrgäste im Bus nach Jerusalem, ich, mein Kollege und ein Nachbar. Auch die Straßen waren fast leer, so dass wir schon kurz nach halb sieben unser Ziel erreicht hatten. Nicht schlecht, so eine Privatfahrt im Bus. Auch gestern auf meiner Fahrt nachhause, waren außer mir nur vier weitere Fahrgäste im Bus. Diese Busse sind fast so etwas wie Pendlerbusse und werden vornehmlich von Angestellten der Regierungsbüros und anderen öffentlichen Ämtern benutzt. Und die haben jetzt alle Pessach-Ferien. Mir kann das recht sein, denn in dieser Woche bin ich immer sehr schnell zuhause in Modiin.

Als ich gestern in Modiin aus dem Bus stieg, kam mir ein regelrechter Hitzeschwall entgegen, es war viel wärmer als in Jerusalem. Das erinnerte mich an das Gefühl, das man hat, wenn man in Eilat aus dem Bus oder steigt.

Und hier ist erst einmal das Wetter für heute in Israel:

Nach Nebel in den frühen Morgenstunden heiter mit einem leichten Anstieg der Temperaturen in den Bergen und im Landesinneren. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 31 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Eilat am Roten Meer 33 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.43 m unter dem Meeresspiegel.

Wenn ich von Eilat spreche, dann muss ich sofort an Urlaub denken. Heute früh sah ich einige junge Leute mit Koffern auf dem Weg zur zentralen Busstation hier in Jerusalem. Es war noch vor 7 Uhr. Es war mir klar, dass sie jetzt nach Eilat fahren werden. Ich gebe zu, es würde mich nicht stören, jetzt etwas Urlaub am Roten Meer zu machen, aber gerade zu Pessach denken viele so wir ich und machen es dann auch, so dass es viel zu voll ist. Auch kostet jetzt alles viel mehr, Pessach gilt, gerade in Eilat, als Hauptsaison. Neben Eilat ist auch der See Genezareth ein klassisches und sehr beliebtes Ziel für ein paar Tage Urlaub. Doch in den letzten Jahren waren es mehr junge Leute, die an den Stränden ihre Zelte aufschlugen und Parties feierten, leider mit sehr viel lauter Musik, die aus extra mitgebrachten nicht sehr kleinen Lautsprechern ertönte. So war es für viele Familien viel zu laut dort, so dass sie dem See fernblieben. Das mochten die Landkreise um den See Genezareth und auch die Stadt Tiberias nun gar nicht. Vor vier Jahren begann man ein Projekt der sogenannten “Stillen Strände” an vier Stränden zu testen. Im ´Rahmen des Projekts war es verboten, Lautsprecheranlagen an den Strand zu bringen und Musik zu spielen. Angestellte des Landkreises und auch die Polizei waren mit der Kontrolle bezüglich der Einhaltung der neuen Regelung beauftragt. Und das Projekt war ein grosser Erfolg. Die Familien kehrten an die Strände zurück. Ab diesem Jahr werden jetzt alle 13 Strände als “Stille Strände” deklariert. Übrigens wird nun auch mehr kontrolliert, dass, besonders bei den Jugendlichen, nicht mehr so viel Alkohol getrunken wird, denn auch das war früher ein grosses Problem.

Ruhe am See Genezareth (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Das letzte Wochenende soll ein voller Erfolg gewesen sein. Viele Familien kamen mit ihren kleinen Kindern und genossen die Ruhe am See Genezareth. Auch wird jetzt viel mehr auf die Sauberkeit geachtet, der Müll landet jetzt im Mülleimer und wird nicht mehr liegengelassen, auch das war früher leider ein grosses Problem. Gerade jetzt ist das Wetter dort am angenehmsten, denn im Sommer ist es am See Genezareth und in Tiberias einfach viel zu heiß und feucht. Was jetzt noch toll wäre, wenn man versuchen würde, die Stadt Tiberias für die Touristen etwas attraktiver zu machen. Denn dort hat sich in den letzten Jahren fast so gut wie nichts verändert und das ist sehr schade. Tiberias hat so ein großes Potential, eigentlich fast wie Eilat und dann kommt noch dazu die Nähe zu Stätten wie Kapernaum und den Golanhöhen und, ach es gibt im Norden so viel zu sehen.

Die Stadt Tiberias bemüht sich, die Stadt weiter zu entwickeln und sie auch für die Israelis als Wohnort attraktiver zu machen. Dazu müssen auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden

Ich gebe zu, ich hätte schon Lust, bald mal wieder in den Norden zu fahren. In Tiberias waren wir vor etwas einem Jahr, so dass ich diesmal vielleicht lieber einmal wieder nach Naharia in Westgaliläa fahren würde. Mir Naharia verbinden mich ganz besondere Erinnerungen. Aber über Naharia werden ich Ihnen bei einer anderen Gelegenheit etwas erzählen.

Ihnen ist sicher aufgefallen dass ich heute nicht ein Wort über die Lage am Gazastreifen verloren haben. Ich habe die ganzen Nachrichten einfach mal wieder draußen vor gelassen. Das mag an der Urlaubsstimmung liegen, die ich zur Zeit habe. Denn alle unsere Kinder haben zur Zeit Pessach-Ferien, nicht nur unser jüngster Sohn, der noch in der Schule ist, auch unsere beiden Soldaten, unser ältester Sohn und unsere Tochter (sie hat heute Geburtstag ;) ), sind in diesen Tagen zuhause. Die ganze Familie ist vereint, es war schon fast eigenartig, zu fünft am Tisch zu sitzen.

In diesem positiven Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderbaren zweiten Ostertag, hier bei uns werden weiter Matzen gegessen, was wir sogar ganz gerne tun. Also, frohes Fest, Pessach und Ostern, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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