Kann ein Jude Alijah machen, nachdem er sich zum Glauben an Jesus bekannt hat?

Freitag, 17. Mai 2019 |  Ryan Jones

Diese Frage wird oft gestellt. Eine wachsende Anzahl von Gläubigen, die nach der Halacha (jüdisches Religionsgesetz, das besagt, dass man eine jüdische Mutter haben muss) Juden sind, sowie diejenigen, die irgendwo in der Familie ein jüdische Vorfahren haben, versuchen, Alijah zu machen, um physisch mit Israel zu stehen.

Aber können sie das legal tun?

Ein gelegentlicher Blick auf das israelische Rückkehrgesetz lässt darauf schließen, dass das möglich ist. Schließlich soll dieses Gesetz jedem jüdischen Menschen auf der Welt einen einfachen Weg „nach Hause“ ermöglichen.

Aber vor Jahren, nach Kontroversen über die Einwanderung von Juden nach Israel, die offen den Glauben an Jesus als Messias bekundeten, wurde das Rückkehrgesetz dahingehend geändert, dass die Antragsteller sowohl Kind einer jüdischen Mutter sein müssen als auch nicht „Angehörige einer anderen Religion geworden“ sein dürfen.

Der Oberste Gerichtshof Israels hat seitdem mehrfach entschieden, dass der bekennende Glaube an Jesus einen zum Christen und damit zum „Mitglied einer anderen Religion“ macht. Als solche sind diese Antragsteller nach israelischem Recht nicht zur Alijah berechtigt.

Aber ist das fair?

Schließlich ist es Juden, die dem Buddhismus, oder diversen New-Age-Religionen folgen, oder bekennende Atheisten sind (was dem Judentum am widersprüchlichsten ist), gestattet, nach dem Gesetz der Rückkehr offensichtlich ohne jede Überprüfung einzuwandern.

Messianische Juden scheinen ein Sonderfall zu sein.

Wie Rechtsanwalt Joshua Pex von der in Jerusalem ansässigen Anwaltskanzlei COHEN, DECKER, PEX, BROSH - welche sich häufig mit Fragen der Alijah und Visa befasst - kürzlich in einem Artikel erklärte:

„Die diesbezüglichen Urteile des Obersten Gerichtshofs stellten zwei Sichtweisen vor, die sich mit unterschiedlichen Ansätzen zum Verständnis des israelischen Rechtssystems befassten. Der Ansatz von Richter Alon, der sich auf die Welt des Judentums und des jüdischen Rechts beruft, steht im Gegensatz zu der liberalen, säkularen und nationalen Sichtweise des Richters Barak: Trotz der unterschiedlichen theoretischen Ansätze kamen beide Richter zu dem gleichen Schluss: Ein messianischer Jude (d.h. das Kind einer jüdischen Mutter, das glaubt, dass Jesus der Messias Israels ist) ist eher einer „anderen Religion“ als dem Judentum zuzuordnen.“

„Richter Alon stützte seine Behauptungen auf Quellen in der jüdischen Tradition, die behaupten, dass ein 'Konvertit' nicht Teil des jüdischen Volkes sei und daher nicht berechtigt sei, sich dem jüdischen Staat anzuschließen. Es herrscht allgemeine Übereinstimmung darüber, dass „ein Jude, der an Jesus glaubt“ nach der nationalen Bedeutung des Begriffs kein Jude mehr ist.“

In der kommenden Juni-Ausgabe des Israel Heute Magazins werden wir darüber nachdenken, ob einem sehr bekannten amerikanischen Juden, der vor Kurzem zum Glauben an Jesus gelangt ist, nach dem Rückkehrgesetz die Einreise nach Israel gewährt werden würde oder nicht.

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