Ultraorthodoxe Frau gewinnt Marathon

Montag, 20. Mai 2019 |  Israel Heute Redaktion

Bracha Deutsch belegte am Sonntag beim Riga-Marathon in Lettland den ersten Platz. Deutsch, die in Jerusalems ultra-orthodoxem Viertel Har Nof lebt, gewann als erste Charedi-Frau einen internationalen Sportwettkampf.

Deutsch ist 28 Jahre alt, Mutter von fünf Kindern und ist mit ihrer Familie vor einigen Jahren aus den USA nach Israel ausgewandert. "Ich habe dies nicht aus egoistischen oder sonstigen Gründen getan, sondern nur für das Daniela-Haus, das in Erinnerung an meine Cousine Daniella Chaya Pardes errichtet wurde", berichtete Kikar HaShabbat, eine jüdisch-orthodoxe Jerusalemer Zeitung. Das Daniela-Haus ist ein Rehabilitationszentrum für missbrauchte Kinder, in dem auch speziell trainierte Therapiehunde eingesetzt werden. Deutsch hofft, Gelder für ein dringend benötigtes neues Gebäude für das Zentrum sammeln zu können.

Die ultraorthodoxe Deutsch hat eine Reihe von Marathons in Israel gewonnen, darunter den Jerusalem-Marathon, bei dem sie den ersten Platz gegen die leistungsstarke Riege aller nichtreligiösen israelischen Frauen belegte. Der Riga-Marathon war der erste Wettkampf von Deutsch im Ausland und sie errang einen noch schwierigeren Sieg gegen dessen internationales Läuferfeld.

„Das ist ein Geschenk Gottes. Er gibt uns alle unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten. Alles, was ich erreicht habe, erreichte ich nur durch Seine Hilfe “, sagte Deutsch. „Es war ein erhabenes Gefühl, aber was mir persönlich besonders auffiel, war das Gefühl, dass der Heilige, gelobt sei Er, mich jeden einzelnen Schritt begleitete", sagte sie der Charedi-Reporterin.

Obwohl Deutsch wegen ihrer bescheidenen Kleidung und ihrem orthodoxen Lebensstil in Jerusalem als eine Charedi erkennbar ist, fanden dennoch viele ultra-orthodoxe Kreise Anlass, die religiöse Läuferin zu kritisieren und zu verurteilen. „So sieht Bescheidenheit, die ein jüdischer Lebensstil erfordert, nicht aus!", heißt es in einem Artikel von Haredi Kirar HaShabbat. „Orthodoxe jüdische Frauen sollten nicht mit leichtbekleideten Nichtjuden auf der Straße rennen. Ich hoffe nur, dass keine anderen Frauen in ihre Fußstapfen treten und laufen oder rennen werden“, war da zu lesen.

Andere waren jedoch stolz darauf, dass eine ultraorthodoxe Frau mit einer so großen Familie eine solch außerordentliche Leistung vollbringen konnte. Sie sagten, dass sie ein Vorbild für harte Arbeit und Gottes Nachfolge - wichtige jüdische Werte - ist. Ein Rabbiner sagte: „Sie ist ein Vorbild für andere jüdische Frauen, besonders deshalb, weil sie „G-tt, den Gesegneten Israels“ dafür gedankt und Ihm die Ehre gegeben hat.

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