Jerusalem-Tag

Montag, 3. Juni 2019 |  Tsvi Sadan

Nach dem, was nur Israel als die Befreiung Ostjerusalems bezeichnet, erklärte Moshe Dayan vor 52 Jahren am 7. Juni 1967: „Heute Morgen haben die israelischen Streitkräfte Jerusalem befreit. Wir haben Jerusalem, die geteilte Hauptstadt Israels, vereinigt. Wir sind an den heiligsten unserer heiligen Orte zurückgekehrt, um uns nie wieder von ihnen zu trennen. Unseren arabischen Nachbarn reichen wir auch zu dieser Stunde - und mit besonderer Betonung zu dieser Stunde - unsere Hand zum Frieden und versprechen unseren christlichen und muslimischen Mitbürgern feierlich die volle Religionsfreiheit und Religionsrechte. Wir sind nicht nach Jerusalem gekommen, um die heiligen Stätten anderer Völker und Anhängern anderer Glaubensrichtungen zu stören, sondern um ihre Ganzheit zu wahren und um dort mit anderen in Einheit zusammenzuleben."

Der Jerusalem-Tag, an dem die Wiedervereinigung von „Israels ewiger Hauptstadt" gefeiert wird, ist keine Selbstverständlichkeit. Jerusalem wurde am 14. Dezember 1949 (de facto) zur Hauptstadt Israels erklärt. Diese Entscheidung war teilweise eine Reaktion auf die Resolution 303 der Vereinten Nationen vom 9. Dezember, in der die Internationalisierung Jerusalems gefordert wurde - "die religiöse Hauptstadt der Welt". Oppositionsführer Menachem Begin, der sich für eine Gesetzesgebung entschieden hatte, akzeptierte die Argumentation von Premierminister David ben Gurion, der der Ansicht war, das Gesetz sei zu diesem Zeitpunkt verfrüht sei.

Aber Jerusalem als Israels Hauptstadt war selbst für Ben Gurions Mapai, die größte sozialistische Partei der Zeit, problematisch. Mitglieder dieser Partei schienen sich gegen ihren Führer ausgesprochen zu haben, weil er mit der Idee eines Gesetzes gespielt hatte, Jerusalems zu Israels Hauptstadt zu erklären. Die Internationalisierung Jerusalems, das Teil des Teilungsplans war, ließ viele Mitglieder befürchten, dass die Erklärung Jerusalems zur israelischen Hauptstadt die Araber und die internationale Gemeinschaft verärgern würde. Anstatt zu sagen, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei, zog die Plattform der Partei, die für die ersten Wahlen am 25. Januar 1949 vorbereitet war, die vage Bezeichnung Jerusalems als "ewige Hauptstadt der hebräischen Nation" vor.

Erst 1980 verabschiedete die Knesset unter Menachem Begin als Premierminister das Grundgesetz, wonach das vereinte Jerusalem die Hauptstadt Israels ist. Im Jahr 2000 wurde das Gesetz dahingehend geändert, dass im Stadtgebiet von Jerusalem keine "Fremdkörper" befugt sein werden. Auch, wenn es sich um ein Grundgesetz handelt, wurde diese Änderung ignoriert, als Israel eine de facto palästinensisch-jordanische Verwaltung auf dem Tempelberg genehmigte.

1998, während der ersten Amtszeit von Ministerpräsident Netanjahu, wurde der Jerusalem-Tag, der seit 1968 gefeiert wurde, zu einem Gesetz, das ihn zum Nationalfeiertag erklärt. Seitdem hat der Widerstand gegen die "Besetzung", zu der auch Ostjerusalem gehört, den Status dieses Tages untergraben, der zunehmend zu einem Tag zu werden scheint, der nur religiösen Menschen am Herzen liegt.

Foto: Noam Revkin Fenton/Flash90

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