Trump „nicht glücklich" über erneute Wahlen in Israel

Dienstag, 4. Juni 2019 |  Ryan Jones

US-Präsident Donald Trump atmete Anfang April zweifellos erleichtert auf, als sein Kumpel, Premierminister Benjamin Netanjahu, bei den vorgezogenen nationalen Wahlen in Israel als Sieger hervorging.

Sein Wahlsieg bedeutete, dass Trump einen Partner haben würde, mit dem er zusammenarbeiten könnte, um seinen "Jahrhundert-Deal" für den Frieden im Nahen Osten voranzutreiben, selbst wenn dieser Plan, dessen Details geheim bleiben, schwere Zugeständnisse von Israel verlangt.

Dementsprechend kündigte die Trump-Administration Ende Juni einen Friedensgipfel in Bahrain an, in der Gewissheit, dass Netanjahu bis dahin eine Regierungskoalition zusammengeschustert und seine nächste Regierung gebildet hätte.

Kein Wunder also, dass der amerikanische Staatschef sichtlich verstört war, als er erfuhr, dass Netanjahu dank Israels unruhiger politischer Lage keine Regierung gebildet hatte und der jüdische Staat im September erneut nationale Wahlen abhalten würde.

„Bibi wurde gewählt. Jetzt müssen sie plötzlich den Prozess bis September noch einmal durchlaufen? Das ist lächerlich. Wir sind also nicht glücklich darüber", sagte Trump am Sonntag gegenüber Reportern. „Israel ist ganz durcheinander mit diesen Wahlen. Ich meine, das ist vor drei Tagen aus heiterem Himmel gekommen. Das ist alles verkorkst. Sie sollten sich zusammenreißen."

Während der Bahrain-Gipfel noch stattfinden soll, räumt US-Außenminister Mike Pompeo jetzt ein, dass Trumps Friedensplan kaum Erfolgschancen habe, da nur Israel seine Bedingungen akzeptieren dürfte.

Aber auch das könnte sich jetzt ändern.

Umfrageergebnisse sagen voraus, dass Netanjahu und sein Likud im September wieder gewinnen werden, aber alles könnte passieren. Und wenn die zentrale "Blau und Weiß" Partei diesmal als Sieger hervorgehen würde, könnte Trump eine neue israelische Regierung vorfinden, die viel weniger bereit ist, sich seiner Agenda anzuschließen.

In der Zwischenzeit wird sogar der Bahrain-Gipfel an Bedeutung verlieren, da Netanjahu derzeit ein lahmer Ministerpräsident ohne Knesset ist, was bedeutet, dass er keine festen Entscheidungen treffen kann (oder wenigstens nicht sollte) zu den Anträgen, die dort später in diesem Monat gestellt werden.

FOTO: Trump und Netanjahu genossen bis jetzt eine herzliche Beziehung. (EPA-EFE / SHAWN THEW)

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.